Reiskocher: So funktioniert er, Messbecher, Reissorten und Pflege
Ein Reiskocher gart Reis automatisch: Er erhitzt Reis und Wasser im Innentopf und schaltet auf Warmhalten, sobald der Reis das Wasser aufgenommen hat. Du misst den Reis mit dem beiliegenden Becher ab, füllst Wasser bis zur passenden Markierung und startest das Gerät. Für weißen Reis reicht ein einfacher Reiskocher, Fuzzy Logic, Induktion und Druck verfeinern das Ergebnis.
So funktioniert ein Reiskocher
Einfacher Reiskocher mit Thermostat
Unter dem herausnehmbaren Innentopf liegt eine Heizplatte mit einem federnden Temperaturfühler in der Mitte. Solange Wasser im Topf steht, bleibt die Temperatur am Boden beim Siedepunkt von etwa 100 Grad. Hat der Reis das Wasser aufgenommen, wird der Boden heißer. Bei klassischen Geräten verliert dann ein Magnet seine Haftkraft, und der Schalter springt von Kochen auf Warmhalten. Eine Uhr braucht das Gerät dafür nicht.
Fuzzy Logic
Geräte mit Fuzzy Logic steuern Hitze und Zeit über einen Mikroprozessor und mehrere Fühler. Sie gleichen kleine Abweichungen bei Menge, Wasser und Raumtemperatur aus. Meist laufen eine Einweich-, eine Koch- und eine Ruhephase nacheinander ab. Ein einfaches Gerät braucht für zwei Becher weißen Reis meist 20 bis 30 Minuten, ein Fuzzy-Logic-Gerät mit allen Phasen oft fast eine Stunde.
Induktion
Bei Induktionsgeräten, oft mit IH gekennzeichnet, erzeugt eine Spule ein Magnetfeld, das den metallischen Innentopf selbst erhitzt. Die Wärme entsteht im Topfmaterial an Boden und Seiten. Der Reis gart gleichmäßiger, und das Gerät regelt die Temperatur schneller nach.
Druck
Druckreiskocher kombinieren meist Induktion mit einem dicht schließenden Deckel. Unter Druck siedet Wasser oberhalb von 100 Grad. Naturreis und Klebreis werden so schneller weich, weißer Reis bekommt eine weichere, klebrigere Textur. Diese Geräte liegen preislich am oberen Ende.
Messbecher und Wassermarken
Der Becher, der dem Reiskocher beiliegt, fasst 180 Milliliter. Das entspricht dem japanischen Hohlmaß gō (合) und etwa 150 Gramm ungekochtem Reis. Eine Haushaltstasse fasst mehr, meist 200 bis 250 Milliliter. Nimmst du sie statt des Bechers, passen die Wassermarken nicht mehr, und der Reis wird zu trocken.
Im Innentopf findest du Skalen, oft getrennt für weißen Reis, Sushireis, Naturreis und Reisbrei. Die Zahl an der Linie steht für die Anzahl Becher Reis. Für zwei Becher füllst du Wasser bis zur Linie 2 der passenden Skala. Streich den Reis vorher glatt, damit du die Linie sauber ablesen kannst.
Reis im Reiskocher kochen: Schritt für Schritt
- Zwei gestrichene Becher Reis abmessen, also 360 Milliliter oder rund 300 Gramm. Das reicht als Beilage für drei bis vier Personen.
- Den Reis in einer Schüssel zwei- bis viermal waschen, bis das Wasser fast klar bleibt, und im Sieb abtropfen lassen.
- Den Reis in den Innentopf geben, glatt streichen und Wasser bis zur Marke 2 der passenden Skala auffüllen.
- Japanischen Reis 20 bis 30 Minuten quellen lassen, falls dein Gerät kein Einweichprogramm hat.
- Den Topf außen abtrocknen, einsetzen, Deckel schließen und das Programm starten.
- Nach dem Umschalten auf Warmhalten den Deckel 10 bis 15 Minuten geschlossen lassen. Fuzzy-Logic-Geräte enthalten diese Ruhezeit oft schon.
- Den Reis mit dem Spatel von unten auflockern, damit überschüssiger Dampf entweicht.
Frisch aus dem Reiskocher passt der Reis zu Gyudon oder als Basis für Onigiri.
Welche Reissorten gelingen im Reiskocher?
- Weißer Langkornreis und Jasminreis: Skala für weißen Reis, bei Jasmin etwas darunter.
- Basmati: 20 Minuten einweichen, abtropfen lassen und etwas weniger Wasser einfüllen, als die Marke angibt.
- Japanischer Rundkornreis: Sushi-Skala oder Skala für weißen Reis. Für Sushi-Reis würzt du ihn danach mit Essig, Zucker und Salz.
- Naturreis und schwarzer Reis: Naturreis-Programm und passende Skala. Einfache Geräte ohne dieses Programm lassen ihn oft zu fest; gib dann mehr Wasser dazu und weiche ihn vorher eine Stunde ein.
- Klebreis: mit eigenem Programm oder mit merklich weniger Wasser als bei weißem Reis. Gedämpft gelingt er zuverlässiger, wie unter Klebreis kochen beschrieben.
- Parboiled Reis: geht gut, braucht aber mehr Wasser als die Skala für weißen Reis.
Viele Geräte haben zusätzlich ein Programm für Reisbrei wie Khao Tom, manche einen Dampfeinsatz für Gemüse oder Teigtaschen.
Kriterien für die Auswahl
- Größe: Die Angaben beziehen sich auf Becher zu 180 Millilitern. Ein Gerät für 3 Becher (0,54 Liter) reicht für ein bis zwei Personen, 5,5 Becher (1 Liter) für zwei bis vier, 10 Becher (1,8 Liter) für größere Familien. Ein einzelner Becher Reis gelingt in einem großen Gerät schlechter.
- Innentopf: Ein dicker Topf verteilt die Wärme gleichmäßiger. Eine Antihaftschale erleichtert das Spülen, verlangt aber schonenden Umgang. Edelstahl ohne Beschichtung hält länger, dafür haftet der Reis eher am Boden.
- Warmhaltefunktion und Timer: Die Warmhaltefunktion hält den Reis einige Stunden servierbereit. Mit einem Timer startest du morgens und isst abends.
- Programme: Weißer Reis, Naturreis, Sushi, Klebreis, Reisbrei und Schnellkochen sind üblich. Zahl nur für Programme, die du nutzt.
- Heiztechnik: Für gelegentlichen weißen Reis genügt ein Thermostatgerät. Fuzzy Logic oder Induktion lohnen sich eher, wenn du täglich Reis oder oft Naturreis kochst.
- Reinigung: Achte auf einen abnehmbaren Innendeckel und ein abnehmbares Dampfventil.
Pflege und Reinigung
- Zieh den Stecker und lass das Gerät abkühlen.
- Spül den Innentopf von Hand mit einem weichen Schwamm. Scheuermittel und Stahlwolle zerkratzen die Beschichtung. In die Spülmaschine kommt er nur, wenn die Anleitung das erlaubt.
- Nimm zum Umrühren und Ausschöpfen den beiliegenden Spatel aus Kunststoff oder Holz, keinen Metalllöffel.
- Innendeckel und Dampfventil nimmst du nach dem Kochen ab und spülst sie. Dort sammeln sich Stärke und Gerüche. Leer auch die Kondenswasserschale.
- Wisch Heizplatte und Fühler mit einem feuchten Tuch ab. Ein Reiskorn zwischen Topf und Platte stört den Fühler.
- Blättert die Beschichtung ab, bestellst du beim Hersteller einen Ersatztopf.
Lass Reis nicht über viele Stunden warmhalten. Er trocknet aus, verfärbt sich gelblich und riecht muffig. Reste kühlst du zügig ab und stellst sie innerhalb von etwa einer Stunde in den Kühlschrank.
Reis kochen ohne Reiskocher
Für guten Reis reicht auch ein Topf mit schwerem Boden und dicht schließendem Deckel. Du bringst Reis und Wasser zum Kochen, stellst die Hitze auf die kleinste Stufe, garst ihn zugedeckt und lässt ihn 10 Minuten ruhen. Die Schritte stehen in Reis kochen, die Wassermengen je Sorte in Reissorten.
Klebreis dämpfst du im Bambuskorb oder in einem Dampfeinsatz über kochendem Wasser. Im Schnellkochtopf gart Naturreis schneller als im offenen Topf; halte dich an die Zeiten aus der Anleitung des Topfs. Der Reiskocher spart dir Aufmerksamkeit: Du musst nicht neben dem Herd stehen, und der Reis bleibt warm, bis alle am Tisch sitzen. Kochst du nur ab und zu Reis, genügt der Topf.